Aufbau und Inhalte

Zielgruppe
Dieses Angebot richtet sich an Kolleg/innen, die bereits eine Weiterbildung in systemischer Beratung abgeschlossen haben und sich auf dem spezifischen Gebiet der systemischen Therapie und Familientherapie weiterqualifizieren wollen.
 
Weiterbildungsprofil
Der Umfang der Weiterbildung beläuft sich auf insgesamt 26 Tage mit 250 UE (ohne Beratungs- und Therapiepraxis). Diese teilen sich auf in
Theorie und Methodik: 100 UE
Systemische Selbsterfahrung: 50 UE
Systemische Supervision: 50 UE
Intervision (Peergroup): 50 UE

Inhalte der Weiterbildung Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF)

Block 1
Von der systemischen Beratung zur systemischen Therapie

  • Differenzierung zwischen Beratung und Therapie 
  • Beginn einer Therapie, Auftrag, Kontext, Hypothesenbildung
  • Systemische Therapie mit Stieffamilien und Patchworkgruppen
  • Aktivierung von Ressourcen
  • Cotherapie und Reflecting Team
  • Bildung der Intervisions- und Supervisionsgruppen

Block 2
Systemische Therapie, wenn’s mit der Liebe kriselt

  • Paartherapie
  • Sexualität und Sexualtherapie
  • Wenn Paare in die Jahre kommen: Entwicklungsaufgaben und Chancen
  • Mentalisieren und Emotionsfokussierung in der Paartherapie

Block 3
Systemische Therapie, wenn’s besonders schwer wird

  • „Multiproblemfamilien“ (Alkohol/Sucht, Gewalt, Armut, Inhaftierung,…) und multiprofessionelle Choreographie
  • Systemische Therapie im Zwangskontext
  • Aufsuchende Familientherapie
  • Arbeiten im Kontext des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG)
  • Neue Autorität und Gewaltfreiheit: Haim Omers Konzepte und Methoden

Block 4
Systemische Therapie, wenn’s „verrückt“ oder „krank“ wird

  • Systemische Reflexion psychiatrischer Diagnosen (Geschichte, Bedeutung, Wirkung) 
  • „Verrücktheit“ im Kontext von Geschichte, Politik und Gesellschaft
  • Systemische Aspekte psychischer Störungen: Gefühle, Bindung, Kommunikation und Grenzen
  • Was brauchen Kinder psychisch kranker Eltern?
  • Salutogenese und Resilienz

Block 5
Systemische Therapie, wenn die Kinder mit dabei sind

  • Übergang vom Paar zur Elternschaft
  • Die Gestaltung des Settings, wenn Kinder und/oder Jugendliche mit zur Therapie kommen
  • Methoden in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Systemischen Therapie
  • Besondere Familienkonstellationen (z.B. Alleinerziehend, Adoptivfamilien, Familien mit Migrationshintergrund)

Block 6
Wenn Systemische Therapien zu Ende gehen 

  • Rituale
  • Körpertherapeutische Ansätze und Methoden
  • Therapieabschluss/Übergangsgestaltung am Ende
  • Abschlusskolloquium
  • Evaluation der gesamten Weiterbildung und Verabschiedung


Supervision und Intervision
Supervision und Intervision sind wichtige Bestandteile der Ausbildung. Die TeilnehmerInnen organisieren sich hierzu in Supervisionsgruppen die über die gesamte Weiterbildungsdauer zusammenbleiben. Die Supervision wird von den Lehrtherapeut/innen durchgeführt.

Zur Intervision treffen sich kleinere, regionale, selbstorganisierte Gruppen zwischen den Seminarblöcken. Intervision dient dazu, Seminarinhalte zu vertiefen, zu ergänzen, Literatur zu bearbeiten, sich auszutauschen und sich gegenseitig beim individuellen Lernprozess zu unterstützen.
 
Methodik/Didaktik
Die sechs inhaltlichen Blöcke werden jeweils von zwei erfahrenen Trainer/innen in unterschiedlicher Zusammensetzung geleitet. Die Supervisionsgruppen werden jeweils von 1 Supervisor/in geleitet.

Die Lerninhalte werden praxisnah, transparent und teilnehmerorientiert im Blocksystem berufsbegleitend vermittelt. Zwischen den Blöcken liegende Supervisions- und Intervisionstage gewährleisten einen zusätzlichen Reflektionsrahmen, um das Experimentieren und Transferieren auf die konkrete Praxis der Teilnehmer/innen zu unterstützen. Dabei legen wir in allen Phasen großen Wert auf die individuellen Persönlichkeitsentwicklungen der Teilnehmer/innen, die kontinuierliche Auseinandersetzung mit der beruflichen Rolle im Kontext der jeweiligen Organisation und der Rolle als Systemische/r Therapeut(in)

Um nachhaltige Lernerfahrungen zu ermöglichen verwenden wir ein reichhaltiges Methodenspektrum, wie z. B. Plenums-
diskussionen, Diskurse, Dialogische Erkundungen, Kleingruppen, Rollenspiele, Live-Sitzungen, Skulpturarbeit, Demonstrationen, Kurzreferate, Partnerarbeit, Lernen durch Erleben, Videodemonstrationen, Reflecting Teams etc...

Zur Ergänzung und Vertiefung erhalten die Teilnehmer/innen Arbeitspapiere und Anregungen für die Arbeit in Lernpartnerschaften.
 
Evaluation
Unser Weiterbildungskonzept ruht auf zwei Fundamenten

  • Wir vermitteln den Teilnehmer/innen nützliche Methoden, die sich als höchst hilfreich bei der Begleitung von Menschen in Übergangsprozessen erwiesen haben.
  • Wir legen hohen Wert auf die Effizienz ihres beraterischen/therapeutischen Handelns und unseres Lehrangebotes.


Überprüft wird dies durch eine Feedbackkultur zwischen Berater/in bzw. Therapeut/in und dem jeweiligen Klienten- und Kundensystemen, als auch zwischen den TeilnehmerInnen und uns als LehrtrainerInnen/SupervisorInnen am Ende jeden Blocks.

So wollen wir sicherstellen, dass sowohl die Teilnehme/innen im Kontext Ihrer Arbeit mit Klient/innen als auch wir innerhalb der Weiterbildung in einem zieldienlichen Setting optimal zusammenarbeiten.