Fachtagung - Resilienz im Kontext von Flucht, Migration und Abschiebung

Fast scheint es als wäre mit „Resilienz“ ein Allheilmittel gegen alle Sorten von Krisen gefunden. Gleich ob es um Traumabehandlung, um den Aufbau von Gesundheitssystemen, um den Kampf gegen Terror und Klimawandel, oder ob es um Anti-Streß-Trainings für Schüler_innen und Manager_innen geht – kaum ein Bereich des gesellschaftlichen Lebens bleibt auf der Suche nach noch mehr innerer Widerstandskraft ausgespart. Diese Suche folgt einer spezifischen Perspektive: Der Blick entfernt sich von den sozialen Bedingungen persönlich erfahrener Widersprüche, er richtet sich nicht mehr auf das vielleicht auch kollektive Moment in den eigenen Erfahrungen des Scheiterns. Die Perspektive der Resilienz fokussiert vielmehr auf die Möglichkeiten und Grenzen individueller Anpassung und Reorganisation im Rahmen durchgesetzter gesellschaftlicher Verhältnisse. Die Erwartungen an das „resiliente Stehaufmännchen“ können das leidende Individuum in der Folge auf sich selbst zurück werfen. So gesehen ist es immerzu selbst aufgefordert mit den sich veränderten Rahmenbedingungen seiner Umwelt zu Recht zu kommen und die Verantwortung für die Krisenbewältigung selbst zu tragen. 


Ein besonderer Schwerpunkt des zweitägigen Fachtags wird auf Fragen der psychosozialen Arbeit mit Geflüchteten und der ambivalenten Rolle die dem Fokus auf Resilienz dabei zukommt.
Diese spezifische Perspektive, ihre Grundlage und ihre unterschiedlichen Folgen, sollen auf dem Fachtag gemeinsam nach-gedacht und diskutiert werden. Auch auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen aus der eigenen (therapeutischen) Praxis der Teilnehmer_innen möchten wir uns gerne letztlich darüber austauschen was diese Entwicklungen für eine sich auch politisch und solidarisch verstehende psychosoziale Arbeit bedeutet.


Usche Merk und Marcus Balzereit arbeiten für den Bereich psychosoziale Arbeit bei medico international e.V.


medico international leistet sei 50 Jahren Hilfe für Menschen in Not und arbeitet an der Beseitigung der strukturellen Ursachen von Armut und Ausgrenzung. 1997 wurde die von medico initiierte Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. In Solidarität mit den Ausgegrenzten und Marginalisierten in über 30 Ländern des globalen Südens setzt sich medico für menschenwürdige Lebensverhältnisse ein, die ein Höchstmaß an Gesundheit und soziale Gerechtigkeit ermöglichen.

Termin
02.04.2019 - 03.04.2019
Arbeitszeiten
10:00 - 17:00 Uhr
Kosten
Veranstaltungsort
Salesianum - Don Bosco

St.-Wolfgangs-Platz 11
81669 München

Maximale Teilnehmerzahl
02.04.2019 - 03.04.2019 | max. 120 Teilnehmer